Das Repertoire spiegelt die Gesamtheit aller Musikstücke, Rollen oder Werke wider, die eine Künstlerin, ein Künstler oder ein Ensemble einstudiert hat und jederzeit wiederholend aufführen kann. Das Portfolio an Fertigkeiten und Fähigkeiten gibt tiefe Einblicke in das künstlerische Schaffen, die Wandlungsfähigkeit und die Ausdrucksfähigkeiten in der darstellenden Kunst.
Thematische Schwerpunkte des künstlerischen Werdegangs von Lisenka Kirkcaldy sind nachfolgend geordnet zusammengefasst.
Musiktheaterproduktionen
– „Sugar- Manche mögen´s heiß“, Theater Baden-Baden, Billy Wilder, I.A.L. Diamond, Adolph Deutsch, 2009, Regie: T. Höhne
– „Eigentlich bleibt alles eine Herzensfrage“, „Wenn ich mir was wünschen dürfte“, Solo Produktionen 2009/10, Theater Baden-Baden
– Marie, “Woyzeck“, Georg Büchner, Tom Waits, Stadttheater Wilhelmshaven, 2011, Regie: O. Strieb
– Wanda, “Die Großherzogin von Gerolstein“, Stadttheater Wilhelmshaven, Jacques Offenbach, Libretto Henri Meilhac, Ludovic Halévy, 2010, Regie: O. Strieb
– Cagelle, „La Cage aux Folles“, Harvey Fierstein, Jerry Herman, Oper Bonn, 2014, Regie J. Dew
– Elisabeth, Eliza, Mary Poppins, Elphaba/ Elisabeth, My Fair Lady, Mary Poppins, Wizard of Oz, „Musical Gala“, NRW Tour, 2015/16, Regie: U. Schmidt
– Helena Landless, „The Mystery of Edwin Drood“, Charles Dickens, adapted by Rupert Holmes, 2015, Oper Krefeld, Oper Mönchengladbach, Regie: K. Absenger
– Esmeralda, Fantine, Christine, Sandy Olsson, Lisa Wartberg, Sally Bowles/ Glöckner von Notre Dame, Les Misérables, Phantom der Oper, Grease, Ich war noch
niemals in New York, Cabaret „Musical Gala“, DS Entertainment, 2016, Regie: T. Juerning
– Tochter Chava, „Anatevka“ , Fiddler on the Roof, by Jerry Bock, Sheldon Harnick, 2016/17, Oper Bonn, Regie: K. Absenger
– Christine, Cosette, Fantine/ Phantom der Oper, Les Misérables, „Musical Gala“, Gaston Leroux, Victor Hugo, Alain Boublil, Claude-Michel Schönberg 2018,
Regie: G. Hellriegel
– Solo Sopran, Street Chorus, „Mass“ Leonard Bernstein, Stephen Schwartz, 2018, Ltg: J. Dobmeier
– „My Love is the Ocean“, Schlossfestspiele Ettlingen, 2021, Regie: S. Bauer, U. Buchheister
– „The Grand Horten“, Grand Horten Braunschweig 2021/22, Regie: K. Jost, P. Kunze
– „Slave of Duty, The Pirates of Penzance“, Arthur Sullivan, Libretto William Gilbert, Oper Wuppertal 2022, Regie: C. Jung
– „Die Lustige Witwe“, Franz Lehár, Libretto Victor Léon, Oper Wuppertal 2022/23, Regie: C. Alden
– „Intolleranza“, Eine szenische Handlung in zwei Teilen von Luigi Nono nach einer Idee von Angelo Maria Ripellino, Oper Wuppertal 2022, Regie: D. Hilsdorf
– „Noperas, Obsessions“, Eine Tanztheater Opernproduktion, Kooperation mit dem Theater Bremen und dem Finnischen Theaterkollektiv Oblivia, Oper Wuppertal
2022/23
– „Rigoletto“, Giuseppe Verdi, Libretto Francesco Maria Piave, Oper Wuppertal 2022/23, Regie: T. Kuljabin
– „La Traviata“, Giuseppe Verdi, Libretto Francesco Maria Piave, Oper Wuppertal 2023, Regie: N. Lowery
– „Gefährliche Liebschaften“, Marc Schubring, Wolfgang Adenberg nach de Laclos `Les Liasions Dangereuses´, Pfalztheater Kaiserslautern 2023/24, Regie: P.-S.
Chevroton
Rollenrepertoire
– Valencienne, Die lustige Witwe, Franz Lehár
– Adele, Die Fledermaus, Johann Strauss
– Christel von der Post, Der Vogelhändler, Carl Zeller
– Marie, Frau Luna, Paul Lincke
– Prinzessin Laya, Die Blume von Hawaii, Paul Abraham
– Juliska Varady, Maske in Blau, Fred Raymond
– Wanda, Die Großherzogin von Gerolstein, Jacques Offenbach
– Eliza, My Fair Lady, Frederick Loewe
– Anna, The King and I, Richard Rodgers
– Maria, West Side Story, Leonard Bernstein
– Lilli Vanessi, Kiss me Kate, Cole Porter
– Aldonza, The Man from La Mancha, Mitch Leigh
– Polly, Lucy, Dreigroschenoper, Kurt Weill
– Milly, Seven Brides for Seven Brothers, Gene de Paul
– Johanna Barker, Sweeney Todd, Stephen Sondheim
– Annie Oakley, Annie get your gun, Irving Berlin
– Nellie Forbush, South Pacific, Richard Rodgers
– Lily Craven, Secret Garden, Lucy Simon
– Julie Jordan, Carousel, Oscar Hammerstein II
– Laurey Williams, Oklahoma, Richard Rodgers
Schauspielproduktionen
– Stubenmädchen, „Reigen“, Arthur Schnitzler, Wilhelma Theater, 2009, Regie: B. Fäh
– Alice, „Der Zoo“, Kerstin Specht, Staatstheater Stuttgart, 2009, Regie: C. Hockenbrink
– Miss Forsythe, „Tod eines Handlungsreisenden“, Arthur Miller, Theater Baden-Baden, 2010, Regie: C. Brier
– Susan Parks, “Kunst statt Kohle“, Lee Hall, Stadttheater Wilhelmshaven, 2010, Regie: J. Steinbach
– Marja Antonowna, “Der Revisor“, Nikolaj Gogol, Stadttheater Wilhelmshaven, 2011, Regie: O. Strieb
– Agnes, „Die Probe“, Lukas Bärfuss, Stadttheater Wilhelmshaven, 2011, Regie: E. Lange
– Kabarettistische Kleinkunsttheaterreihe, seit 2008, Touring, Eigenregie/ Co Regie: R. Hüve
Sprechtheater
– Shen Te, Shui Ta, „Der gute Mensch von Sezuan“, Bertolt Brecht
– Elena Iwanowna Popowa, „Der Bär“, Anton Tschechow
– Elaine, „Merlin“, Tankret Dorst
– May, „Liebestoll“, Sam Shepard
– Zeugin 5, „Die Ermittlung“, Peter Weiss
– Paulina, „Weiße Ehe“, Tadeusz Rosewicz
– Sylvia, „Das Spiel von Liebe und Zufall“, Pierre Carlet de Marivaux
– Lotte, „Jubiläum“, George Tabori
– Lena, „Leonce und Lena“, Georg Büchner
– Corey, „Barfuss im Park“, Simon
– Eine Frau, „Aus dem Wortschatz unserer Kämpfe“, Walser
– Angelina, „Süden“, Green
– Léon, „Kampf des Negers und der Hunde“ Bernard-Marie Koltès
– Miss Cheveley, Mabel Chiltern „Der ideale Ehemann“, Oscar Wilde
Klassik
Die klassische Musik, hier in Oper, Oratorium und Lied repräsentiert, vereint zeitlose Schönheit und Stilvielfalt. Kultiviert und gepflegt über Generationen der Künste, in großer Bandbreite an Stilen der Europäischen klassischen Musik – vom mittelalterlichen Choral, über klassische und romantische Orchestersymphonien, bis hin zu avantgardistischen atonalen Kompositionen des 20. Jahrhunderts – welche grenzen- und kulturübergreifend zu begeistern und in zeitlosen Gesamtkompositionen zu bewegen vermögen. Klassik ist der Grund und die allumfassende Entwicklung, in der Tradition des Ideals der Ästhetik.
Konzertrepertoire
Oper, Oratorium, Kunstlied in der Auswahl u.a. von Mozart, Händel, Bach, Monteverdi, Scarlatti, Verdi, Schumann, Schubert, Puccini, Britten, Bernstein, Rutter
Operette: Abraham, Benatzky, Bizet, Dostal, Fall, Gilbert, Heuberger, Kálmán, Kreuder, Künneke, Lehár, Lincke, Mackeben, Offenbach, Raymond, Stolz, Strauss, Von Suppé
Chanson
Kaum eine Kunstform vermag mit so viel Passion und zugleich musikalischer Leichtigkeit von Melancholie und Leidenschaft des Lebens zu erzählen wie das Chanson in seinen kompositorischen Miniaturen unter dem Glas der Zeit. Sein Klang erzählt die Träume von Freiheit, den Kampf um Sehnsucht, Liebe und Erfüllung im Takt von modernem Tango und internationalem Chanson. Erste nachweisbare Vorformen des Chansons gab es dabei bereits im frühen Mittelalter, durch Kriegs-, Volkslieder und Chorgesänge, die bis in vorchristliche Zeit zurückreichen. Literaturwissenschaftler datieren den Beginn einer Chansonkultur im engeren Sinne auf das Hochmittelalter mit ersten Französischen Unterhaltungs- und höfischen Kunstliedern, sowie dem Minnesang als Form des Liebesliedes der Troubadoure. Eine zweite historische Vorform fand sich im volkstümlichen Lied der fahrenden Sänger mit zum Teil obrigkeitswidrigen Texten, mehrstimmigen Liedsätzen der Renaissance und dem Vaudeville im 16. Jahrhundert. Anlässlich informeller Zusammenkünfte im 18. Jahrhundert wurde das Chanson auch unter Künstlern, Literaten und Gelehrten populär. Gesellschaftskritische, satirische, oder auch poetische Lieder bestimmten vor den Liedern der Französischen Revolution das Repertoire. Im 19. Jahrhundert entfaltete sich das Chanson als sozialkritisches, politisch, literarisches Kabarettlied, unabhängig vom Bühnengeschehen der Opern-, Operettenarien, in der Regel ohne Chor, fand Eingang in die Varietétheater und fiel häufig unter Napoleonische Zensur. Zur Jahrhundertwende kristallisierte sich das Chanson réaliste heraus, beeinflusst durch die naturalistische Bewegung in der Kunst und thematisierte gesellschaftlich Randständige, Abgründe. Die weitere Entwicklung des Chansons war wiederum stark vom Amerikanischen Jazz und Swing beeinflusst mit Inspiration des Nachkriegschansons der philosophisch-literarischen Richtung von Existenzialismus und Gesellschaftskritik. Eine bis heute explosive Mischung.
Jazz
Die von afroamerikanischen Wurzeln stammende Musikform, welche in vielfältiger Weise im Crossover und durch weitere Musiktraditionen und Genres weiterentwickelt wurde, wird häufig als amerikanisches Pendant zur klassischen Europäischen Musik verstanden. Jazz hat nahezu allen anderen Sparten neue Möglichkeiten eröffnet. Improvisation, die auf das europäische Notensystem zurückgreift, wird mit Jazz Rhythmik, Tonbildung und Instrumentenbehandlung im Traditionsbezug zu vorangegangenen Stilen individuell.
Inspiration
Kreativität beginnt, wo die Phantasie das Wissen übersteigt, es beflügelt.. L.M. Kirkcaldy
,All the world’s a stage,And all the men and women merely players;
They have their exits and their entrances;And one man in his time plays many parts..‘
As you like it, William Shakespeare Musik übernimmt zu da sprechen, wo die Worte schweigen.. L.M. Kirkcaldy
Fest. Stehend. in der Tradition…
`Jeder kleinste Orchestergeiger muss mehr können, als alle andern Berufe zusammen. Deswegen steht die Kunst für sich, die Musik für sich, allein. Und das bin nicht ich, der das sagt, sondern Hofmannsthal, Musik ist eine heilige Kunst. Und die Musik – alle, die wir da (..) das Talent von Stimme, Virtuosität, oder Klang – Musik mitbekommen haben, wir dürfen das machen, aber wir dienen nur dazu, dass diese Stücke überhaupt gehört werden. Es würde ohne uns, begabte Spieler und Sänger keine neunte Symphonie je gehört worden sein. Zum Beispiel. Und das ist nicht Einbildung. Sondern, das ist nur, um die anderen Berufe einmal in ihre Schranken zu weisen und zu sagen, bitteschön: die Sänger – und die Sänger noch anders für sich, weil sie haben, sie sind das Instrument, das Instrument ist dieser Mensch. Und, deswegen, eigentlich muss man sagen, das Singen ist etwas, ich würde sagen, `Wesent-liches´ – Wir dienen ja den Meisterwerken. Dass wir dabei auch noch bekannt werden und die Leute das mögen, ist wieder etwas sehr Schönes, aber das ist nur ein Nebeneffekt, für uns. Wir müssen für den Komponisten singen. Und, wenn wir zehn Mal ins Publikum schauen, da singen wir nicht, wir singen für den Komponisten.‘
Elisabeth Schwarzkopf, Meisterklasse, `Ach ich fühl´s´
Im Moment Sein.
`Bereits die Dionysien im antiken Griechenland waren spartenverbindende Festspiele zu Ehren des Gottes Dionysos, des Gottes der Ekstase, des Rausches, der Verwandlung und des Weines. Aus dem religiösen Kult thrakischen Ursprungs mit Umzügen beginnend, entwickelte sich dies in Athen zu einem Fest, den städtischen Dionysien. Aus den kultischen Gesangs-, Tanz- und Opferriten entstand die griechische Tragödie und Komödie in religiösem Kontext.´
H. Smith, Masterpieces of Classic Greek Drama
,Die Schauspielkunst ist aber die Befreiung von der konventionellen Schauspielerei des Lebens. In den Kindern spiegelt sich das Wesen des Schauspielers am reinsten wider.
Ihre Aufnahmefähigkeit ist beispiellos, und der Drang zu gestalten, der sich in ihren Spielen kundgibt, ist unbezähmbar und wahrhaft schöpferisch. Sie verwandeln alles in das, was sie wünschen. Und dabei das klare, immer gegenwärtige Bewusstsein, dass alles nur Spiel ist, ein Spiel, das mit heiligem Ernst geführt wird. Das Theater ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.
Der Weg zu uns selbst und zu unseren Nächsten ist sternenweit. Der Schauspieler ist auf diesem Weg. Mit dem Licht des Dichters steigt er in die noch unerforschten Abgründe der menschlichen Seele, um sich dort geheimnisvoll zu verwandeln; Er ist Mensch an der äußersten Grenze zwischen Wirklichkeit und Traum, er steht mit beiden Füßen in beiden Reichen.‘
Rede über den Schauspieler, Max Reinhardt, 1929
`Träum ich? Wach ich? Leb ich? Bin ich bei Sinnen´ –
`Du und ich und wir alle, sind Träume von einem Traum´ Georg Büchner, Leonce und Lena, 1836, Heinrich von Kleist, Prinz Friedrich von Homburg, 1809/10
`Beim Anblick der Sterne gerate ich immer ins Träumen. Warum frage ich mich, sollten die leuchtenden Punkte am Firmament uns nicht zugänglich sein..´ Vincent van Gogh
– Kunst als geträumte Wirklichkeiten, Wirklichkeit gewordene Träume. L.M. Kirkcaldy
Tanzen ist dabei wie Träumen, nur schneller..
Gleichzeitig vermag es der Realität, wie dem Träumen, dem Lachen von Erde unmittelbar mit am Nächsten zu bringen. Es verbindet Traditionskunst, Ritus und situatives Gefühl.
L.M. Kirkcaldy
`Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren..´ Pina Bausch
`Tanz ist ein Telegramm an die Erde mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft´ Fred Astaire
`Ob auch die Stunden uns wieder entfernen:
Wir sind immer beisammen im Traum,
wie unter einem aufblühenden Baum.
Wir werden die Worte, die laut sind, verlernen
und von uns reden, wie Sterne von Sternen,
alle lauten Worte verlernen:
wie unter einem aufblühenden Baum.´
Rainer Maria Rilke, Die Gedichte, Edition der sämtlichen Werke, Aus: Dir zur Feier 1897/18